FROHE OSTERN

Wir wünschen euch allen schöne Osterfeiertage, viele bunter Ostereier und Sonnenschein!

Frühlingshafte Grüße aus dem Gorki!

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Wie disponiert man ein Osterfestival?

Was bedeutet es eigentlich für ein Theater wie das MGT Berlin, jährlich ein 2-tägiges Festival für Theater, Performance und Kunst zu organisieren?

Ganz schön viel Arbeit und eine Menge Spaß!

Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für das 6. Osterfestival der Kunsthochschulen auf Hochtouren. Es wird organisiert, geplant, geschrieben, telefoniert, gedruckt, Kaffee gekocht…

Kreatives Chaos im Gorki

Kreatives Chaos im Gorki

Maja Thiesen ist seit der Spielzeit 2006/2007 Disponentin im Künstlerischen Betriebsbüro am Maxim Gorki Theater Berlin und war schon an der Organisation vieler Osterfestivals beteiligt. Gemeinsam mit der Dramaturgie sorgt sie dafür, dass während der beiden Tage organisatorisch alles reibungslos läuft.

In ihrer Mittagspause hat sie für unseren Osterfestival-Blog ein paar Fragen beantwortet.

Wann haben die ersten Vorbereitungen für das diesjährige Osterfestival der Kunsthochschulen begonnen?

Tatsächlich schon Mitte Oktober – die Ausschreibungen gehen schon recht früh an die Hochschulen. Gerade weil wir ja seit zwei Festivals ein Motto setzen, müssen sich die Studenten frühzeitig darauf einstellen können.

Die Hochschulen konnten sich mit ihren Beiträgen zum Thema AUFSTAND PROBEN bei uns bewerben. Wie stark war das Interesse der Hochschulen, beim Osterfestival aufzutreten?

Der Rücklauf und das Interesse waren sehr gut. Fast alle angeschriebenen Hochschulen entsenden jetzt auch wirklich Beiträge und sogar darüber hinaus haben sich Studenten beworben, die vom Festival gehört hatten, beispielsweise aus Zürich!

Welche Kriterien waren für die Auswahl der Projekte und Inszenierungen durch das diesjährige Organisationsteam ausschlaggebend?

Gar keine! Die Auswahl der Produktionen liegt immer bei den Hochschulen selber, jede Hochschule kann maximal zwei Produktionen anmelden, die sie hier gerne zeigen möchte. Wir setzen nur das Motto, darüber hinaus treffen wir keine inhaltlichen Entscheidungen. Wir wollten immer schon den Studenten eine Plattform bieten, auf der eben alles möglich ist, und nichts im  Vorfeld bewerten. Das ist ja gerade das Tolle an diesem Festival, dass ganz verschiedene  Formate, ganz unterschiedliche Herangehensweisen urteilsfrei nebeneinander stehen.

Was sind die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die Organisation des Osterfestivals mit sich bringt?

Für mich persönlich ist die größte Herausforderung, immer wieder aus den Wünschen und Anforderungen von über zwanzig Gruppen einen funktionierenden Ablauf  für die zwei Tage zu basteln, sowie alle technischen Details mit den Gruppen und unseren Gewerken hier so gut zu kommunizieren, dass am Ende für alle ein reibungsloser Ablauf und hoffentlich auch ein bisschen Spaß garantiert ist.

Wichtiges Arbeitsutensil: Der Lichtplan. Hier von "blablablaBAM" (zu sehen am 1.4. um 16.50 Uhr im Gorki Studio)

Wichtiges Arbeitsutensil: Der Lichtplan. Hier von „blablablaBAM“ (zu sehen am 1.4. um 16.50 Uhr im Gorki Studio)

Welche Tendenzen und Entwicklungen siehst du im Verlauf der letzten fünf Osterfestivals am MGT Berlin?

Wir haben vor sechs Jahren mit der bloßen Idee eines Festivals für Studierende angefangen und wussten da selber noch gar nicht, ob es überhaupt Interesse gibt seitens der Studierenden oder der Hochschulen. Im ersten Jahr haben wir das dann auch noch bewusst klein gehalten, nur Berlin und „Umland“, sprich Leipzig und Hannover. Aber nach dem ersten Jahr hat sich das dann von selbst immer mehr vergrößert, der Radius wurde immer weiter gesteckt, mittlerweile kommen ja auch ganz selbstverständlich Produktionen aus Süddeutschland. Wir freuen uns immer, wenn so viele unterschiedliche Hochschulen wie möglich mitmachen – jede hat ja ihren eigenen Stil und bringt ganz eigene Sachen hervor.

Was war anders am ersten Osterfestival der Kunsthochschulen im Vergleich zum aktuellen Festival?

Das erste Osterfestival war wirklich noch ein kompletter Versuchsballon, mit allen Chancen zum Scheitern. Es hätte sein können, dass niemand teilnehmen möchte, es kein Publikumsinteresse gibt oder wir feststellen, dass der gesteckte technische Rahmen gar keinen Sinn macht. Aber das ist ja alles mehr als gut ausgegangen und mittlerweile ist es eine sehr eingespielte Veranstaltung, die uns zwar jedes Jahr wieder aufs Neue fordert, aber auch immer wieder großen Spaß macht. Das Haus zwei Tage lang in diesem Rahmen für den „Nachwuchs“ öffnen zu können, ist ja auch für uns eine Bereicherung.

Auf welche Beiträge des diesjährigen Osterfestivals freust du dich besonders?

Ich freue mich natürlich auf alle Beiträge –  ich kann aber verraten, dass mein Herz immer  besonders für die Produktionen der Abteilung Puppenspiel schlägt. Ich finde, diese Kunstgattung ist etwas ganz Besonderes und wird ja nur noch sehr beschränkt ausgebildet.

 

NOCH 3 TAGE BIS ZUM 6. OSTERFESTIVAL DER KUNSTHOCHSCHULEN AM MGT BERLIN!!!

GARBAGE and the 21st Century …

‚Max on Stage‘, ‚Katzenhai, Hundefisch und andere falsche Freunde‘ oder ‚… Tage mit dem Scalpell, die Nacht mit den Büchern‘ – das sind nicht die Titel neuer spannender Theaterinszenierungen, sondern die Lehrveranstaltungen von und mit Björn Mehlig. Björn ist derzeit Gastdozent am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Giessen.

Neben seiner Lehrtätigkeit ist Björn ein vielbeschäftigter Mann. Er arbeitet als Regisseur, im Bereich Sounddesign und Tonregie für verschiedene Tanz- und Theaterproduktionen. Zusammen mit Stefanie Lorey gründete Björn das Regie- und Performancekollektiv Auftrag:Lorey. ( Goethes Wunderkammer 2008, Horror Vacui 2011, Bouncing in Bavaria 2012 – Schauspiel Frankfurt).  Obendrein ist Björn unser Ansprechpartner in Sachen „6. Osterfestival der Kunsthochschulen“, denn gleich zwei spannende Beiträge der Justus-Liebig-Universität Giessen, werden dieses Jahr dabei sein. Die Inszenierung Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are now much easier! und die Solo-Performance GARBAGE-EMBRACE.

In Sachen … GARBAGE EMBRACE

garbage embrace

garbage embrace

 

Mit: Björn Mehlig, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Gastdozent Justus-Liebig-Universität Giessen

Ein Anzugträger steckt kopfüber im Müll. Ein Sinnbild unserer modernen westlichen Gesellschaft? Oder: Möchte sich der Solo-Performer Thibaud-Rose vielmehr im Müll verstecken?

In der Tat begegnet man Romain im alltäglichen städtischen Treiben zunächst als einem Passanten unter vielen. Aber aufgrund seines seltsamen Umgangs mit dem Behältnis, das eigentlich für unseren Müll bestimmt ist, in den wir  mehr oder weniger achtlos das werfen, was uns überflüssig, oder wertlos erscheint, was seinen Dienst getan hat, verschwindet er nicht, sondern wird plötzlich – auch ohne Bühne und Scheinwerfer – äußerst sichtbar. Und mit ihm zugleich jenes unscheinbare Behältnis, das eben all das birgt, worauf wir gemeinhin keine Aufmerksamkeit (mehr) verschwenden wollen.

Dabei sind es in starkem Maße jene Dinge, die unserer Aufmerksamkeit entgehen, die vermögen, unsere Meinungen und Entscheidungen wesentlich zu beeinflussen. Auch der Mülleimer ist eine Black Box, die – sobald man beginnt, darüber nachzudenken – viel mehr hervorbringt als sie (ver-)bergen könnte. Aber es ist eben auch ein Spiel mit dem englischen Begriff „embrace“, das Umarmen, Umschlingen des Ausgeschlossenen, das Annehmen, Festhalten des Weggeworfenen, das Zusammenfassen des Verstreuten, das Wahrnehmen des Beseitigten, des Abseitigen, das „Sichzueigenmachen“, das Aneignen dessen, was offenbar keinen Wert in sich trägt.

Soll die Performance provozieren, wachrütteln oder einfach unterhalten?

Zunächst geht es um eine Störung in der Alltagswahrnehmung, eine kleine, nicht spektakuläre Unterbrechung im „Lauf der Dinge“, die bestenfalls eine Zäsur schafft, in der sich ein Raum für die eigenen Gedanken und Assoziationen aufspannen kann, ohne sich gleich wieder in eine bestimmte Richtung zu formen. Wenn ein Anzugträger in der Frankfurter Innenstadt kopfüber im Müll steckt, dann ist es in der Tat nicht besonders abwegig, dies als Kommentar auf die sogenannte Finanzkrise zu lesen. Die Verbindungen aber ziehen die Betrachter, und die wechseln ebenso wie die Kontexte, in denen die Performance gezeigt wurde. Wo etwas nur Weg von A nach B, von gebraucht bis verbraucht  ist, schafft die Performance einen Ort, weil sie zumindest für ein kurzes Innehalten sorgt, an dem – angesichts einer ersten Unsicherheit, wie das Geschehen aufzunehmen ist – das zur Sprache kommen kann, was die Menschen bewegt.

Das Kunstprojekt des Franzosen Romain Thibaud-Rose wurde bereits an vielen öffentlichen Orten, beispielsweise im Frankfurter Bankenviertel oder am Hamburger Hafen, gezeigt. Welche Reaktionen hat die Performance bis heute erfahren?

Manche Menschen sind amüsiert, manche haben einen spontanen Impuls „zu helfen“, manche gehen einfach vorbei, als ob sie nichts Auffälliges gesehen hätten (das Als -Ob der Darstellung überträgt sich hier plötzlich auf den Zuschauer). Manche bleiben verständnislos, andere nehmen es sehr ernst, beginnen sich zu fragen, mit anderen zu reden, versuchen den Performer anzufassen oder einfach als Bild zu nehmen. Einige bleiben weiter entfernt noch einmal stehen und beobachten, wie die anderen Passanten reagieren, wie sich die Reaktion in ihren Gesichtern und Haltungen abzeichnet. Wie immer sie reagieren, beeinflussen sie auch den Weg und die Aufmerksamkeitsstruktur der Nachfolgenden – insofern wird der Raum für einen Moment und immer wieder völlig anders strukturiert. Das ist nicht vorhersehbar. Und deshalb immer wieder von Neuem spannend.

Sind für die Zukunft noch weitere Performances dieser Art geplant?

Romain arbeitet in verschiedenen Konstellationen und an unterschiedlichen Formaten, durchaus auch auf der Bühne mit einer klassischen Zuschauersituation. In der Tat aber gibt es Anfragen, den Ansatz von GARBAGE EMBRACE  weiter zu entwickeln.

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In Sachen … Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are now much easier!

Mit: Björn Mehlig und den beteiligten Studierenden

Boykott ist das Schlagwort der Inszenierung. Ob wirtschaftlich, sozial oder politisch. Wie transportiert das Stück diesen massiven, dynamischen Begriff auf die Bühne?

Björn: Die Frage ist, wann man sich – ob wirtschafts- oder gesellschaftspolitisch – einen Boykott überhaupt leisten kann. In der Regel ist es so, dass insbesondere dann, wenn Widerstand am nötigsten geboten wäre, die Position nicht gegeben ist, einen wirksamen Boykott zu organisieren, eben weil man das boykottieren müsste, was die Abhängigkeiten, in denen man steht, mißbraucht und ausnutzt. Der Boykott an sich ist keine Dynamik, sondern versucht Energien, Aufmerksamkeiten, Abhängigkeiten umzulenken bzw. zu verkehren.

Die Gruppe, die sich für dieses Projekt zusammengetan hat, will diesen Begriff auf der Bühne sezieren und die gesellschaftspolitischen, kulturellen und symbolischen Implikationen freilegen. Was dann noch übrig bleibt, wäre die Frage: hat der Boykott einen Kern? Oder fällt er, als Mittel der politischen Aktion, durch einen ersten Schnitt, schon in sich zusammen?

 Boycotts are now much easier! Ein paar Worte zum Titel Eures Stückes!

Das Bundesverfassungsgericht stellte in einem Grundsatzurteil vom 15. Januar 1958 (Lüth-Urteil) fest, dass der Aufruf zu einem Boykott eine zulässige Ausübung der Meinungsfreiheit ist. (Quelle: Wikipedia „Boykott“) Der Titel als Setzung provoziert die Frage: Ist das wirklich so? Wir wollen darüber hinaus herausfinden, ob eine boykottierende Praxis die gewünschten Wirkungen erzielen kann.

Welche künstlerischen Mittel setzt ihr auf der Bühne ein? Gibt es ein besonderes Bühnenbild oder Kostüme?

Wir werden ein Laboratorium errichten. Wir werden Texte, Bilder und Performer/-innen einsetzen, und schauen, ob diese eine Wirkung erzielen. Als Bühnenbild dienen uns Europaletten, da sie einen mobilen Charakter haben und den Ort durch ein paar Handgriffe völlig verändern können.

Spielen extreme oder herausstechende Figuren eine spezielle Rolle in der Inszenierung? Werden wir einen „Drahtzieher“ oder „Leader“ des Boyotts erleben?

Es geht in unserer Auseinandersetzung weniger um „extreme oder herausstechende Figuren“, die eine Rolle übernehmen, sondern eher um die Dynamik selbst, die solchen Figuren, den Boden bereitet.

Ist Leaving the 21st century im Hinblick auf das diesjährige Motto unseres Osterfestivals der Kunsthochschulen entstanden?

Ja, die Gruppe hat sich zusammengefunden, um über die verschiedenen Arten und Weisen des Aufstands zu sprechen. Lange wurde sich sehr theoretisch mit dem Thema auseinander gesetzt, bis eine mögliche Aufführungsweise entwickelt wurde und die „Aufstand-Proben Phase“ begann.

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Leaving the 21st century – Sozialistische Schauspieler waren schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen (Ist jetzt aber nicht mehr so!) Boycotts are now much easier!

Wir kommen, um zu boykottieren!

Ein Boykott ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales oder politisches Zwangs- oder Druckmittel, durch das eine Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder ein Staat vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen wird! Heute steht der Boykott allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung!

Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf); der politische Boykott ist ein staatliches Sanktionsmittel gegenüber anderen Staaten!

Von und mit: Tilman Aumüller, Alexander Bauer, Philipp Bergmann, Triada Kovalenko, Christopher Krause, Elisabeth Krefta, Anne Mahlow, Michael McCrae, Thea Reifler, Matthias Schoenijahn, Miriam Schulte, Ola Stankiewicz, Alma Wellner Bou

Sonntag, 31.03.13, 15 Uhr, Hinterbühne

Die EINLADUNG zum BOYKOTT* findet ihr hier 6. OSTERFESTIVAL DER KUNSTHOCHSCHULEN – DIE FACEBOOK-GRUPPE

Garbage embrace

Eine Umarmung, ein Akt der Zärtlichkeit und Liebe ausgeführt an einem Objekt, welches das wertlose, zerbrechliche und widerliche repräsentiert. Ein polarisierendes Kunstprojekt. Das Interesse dieser Aktion liegt darin, sowohl die gegensätzlichen Auswirkungen in der Öffentlichkeit zu erforschen, als auch die Möglichkeiten eines Dialoges in ungewohnten Situationen zu offenbaren.

Während der Performance wird die unmittelbare Umgebung von einem unbestimmten Ort in einen bestimmten transformiert. Die alltägliche Wahrnehmung wird gestört und während die Passanten aus ihrer täglichen Routine gerissen werden, beginnen diese sich mit der ungewöhnlichen Situation zu beschäftigen. Ein Gedankenprozess wird in Gang gesetzt, welcher sich mit dem unerwarteten und unbekannten auseinandersetzt. Einige der Passanten sind unfähig, diese innere Auseinandersetzung für sich zu verarbeiten und interagieren sogar miteinander, um letztendlich die vielfältigen Motive (ökonomisch, sozial, politisch, ökologisch, …) der Aktion zu entschlüsseln.

Solo-Performance: Romain Thibaud-Rose

Montag, 01.04.13, 22.30 Uhr, Hinterbühne

Mehr GARBAGE EMBRACE:

garbage-embrace.com

Garbage embrace on Vimeo

Ästhetisch und szenisch – Kreativ in Hildesheim

Drei Mädels, drei Jungs, Kaffee, eine Kantine. Das ist „Muckefuck“!

Im Vorfeld ihrer Inszenierung am MGT haben uns Lenja Busch, Christine Duttlinger, Clemens Kellner, Milena Kowalski, Simon Niemann und Richard Sachse aus Hildesheim ein paar Fragen zu ihrem Studium und ihrer Osterfestival-Inszenierung beantwortet.

Die 6 lernen gemeinsam in einem Fachbereich der Universität Hildesheim in den Studiengängen „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ und „Szenische Künste“.

'Muckefuck' - Foto ©Moira Frank

‚Muckefuck‘ – Foto ©Moira Frank

Kommt ihr aus Hildesheim? Wie gefällt es euch dort?

Simon:             Keiner von uns 6 kommt gebürtig aus Hildesheim. Wir alle sind zugezogen, von Hannover, Bielefeld, Bonn, Wilhelmshaven, Freiburg und Dresden. Das kommt eigentlich sehr selten vor, dass jemand in Hildesheim studiert, der auch dort geboren ist, gerade weil es den Studiengang ja nur hier gibt.
Es gefällt uns dort aber sehr gut, auch wenn die Stadt ziemlich klein und unspektakulär ist. Hannover ist ja ganz in der Nähe und durch die vielen Studenten gibt es tolle Veranstaltungen, die es in Hildesheim nicht langweilig werden lassen.

Wieso habt ihr euch für „Szenische Künste“ in Hildesheim  entschieden?

Christine:         Texte lesen,  selbst auf der Bühne stehen, eigene Projekte verwirklichen: Ich studiere Szenische Künste an der Universität Hildesheim, weil ich die Mischung zwischen wissenschaftlichem und praxisorientiertem Arbeiten mag. Konkret heißt das, dass wir in Hildesheim sowohl Seminare haben, welche uns theaterwissenschaftliche Theorien näher bringen, als auch Übungen, in denen wir selbst kleine oder auch größere Performances entwickeln. Wie ich auf die Idee gekommen bin, gerade in Hildesheim zu studieren? Ich habe ein Jahr lang am Stadttheater Freiburg gearbeitet und war auf der Suche nach dem passenden Studiengang. Hildesheim wurde mir wärmstens empfohlen, weil man fast nur hier diese Verbindung von Theorie und Praxis hat. Ich lerne gerne an meiner Uni, weil unsere Professoren uns sehr viele Möglichkeiten geben, eigene Projekte umzusetzen. Wir werden unterstützt und gefördert, egal in welche Richtung wir uns hin entwickeln wollen. Das vielfältige Seminarangebot erlaubt uns, die verschiedensten künstlerischen Blickwinkel kennenzulernen und wir sind frei in der Entscheidung, von was wir uns inspirieren lassen.

Was gefällt euch am Besten an der Uni und eurem Studiengang?

Richard:          An der Uni und am Studiengang gefällt mir die ganze Atmosphäre, weil wir mit ca. 100 Studierenden ein sehr kleiner Studiengang sind. So kennt man sich untereinander und man kann auch zu den Dozent_innen ein gutes und entspanntes Verhältnis aufbauen. Aber natürlich reizen mich auch die Inhalte. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist etwas, von dem wir Studenten sehr profitieren und uns eine tolle Möglichkeit bietet, uns praktisch auszuprobieren und gleichzeitig fachlich auf einem hohen Niveau zu bleiben.

Was unterscheidet „Szenische Künste“ von einem Schauspielstudium?

Lenja:                Neben dem Fach Theater müssen die Student_innen der Szenischen Künste zusätzlich zwei andere Fächer aus dem kulturellen Bereich studieren. Wir werden also, im Gegensatz zur Schauspielschule, nicht nur im Bereich Theater ausgebildet, sondern erfahren eine umfangreiche wissenschaftliche Ausbildung in unterschiedlichen Fächern, wie beispielsweise Medien und Literatur. Zudem ist es noch nicht einmal Pflicht, dass bei den drei zu studierenden Fächern Theater dabei sein muss. Wir werden nicht mit Stimmtraining und Körpertechniken zu Schauspieler_innen ausgebildet, genießen jedoch trotzdem eine Vielzahl von praktischen Übungen. Unsere Berufsgruppe ist vielfältig und kaum definiert. Ob Im Theater, beim Fernsehen oder im Museum, unseren Arbeitsplatz schaffen wir uns eigenständig.

Wie sehen eure Pläne für die Zeit nach dem Studium aus?

Simon:             Also ich möchte nach dem Studium auf jeden Fall in der freien Theaterszene arbeiten. Vielleicht in einem festen Kollektiv oder in freien Projekten und Produktionen – mal schauen. Natürlich wäre es toll, nebenbei auch etwas Festes zu haben und durch meine Ausbildung zum Theaterpädagogen könnte ich mir auch vorstellen, im Bereich der kulturellen Bildung zu arbeiten. Aber momentan lasse ich das alles noch auf mich zukommen. Bis dahin ist es ja noch ein bisschen.

Habt ihr eure Inszenierung „Muckefuck“ extra fürs Osterfestival entwickelt?

Clemens:         Unsere Inszenierung „Muckefuck“ ist im Rahmen des Projektsemesters unserer Universität im Sommersemester 2012 entstanden. Unter dem Motto „Arbeit (er) finden“ gab es in unserem Fachbereich ein ganzes Semester lang  praktische Projektarbeit mit einer großen Werkschau am Semesterende. Je nach Studienschwerpunkt (Theater, Medien, Bildende Künste u.a.) gab es diverse Projektangebote, für die man sich im Vorfeld entscheiden konnte. Innerhalb der Projektgruppe „Lohndrücker“ – in Anlehnung an ein Theaterstück von Heiner Müller (1956/57) – haben wir uns als Kleingruppe gefunden und „Muckefuck“ konzipiert und inszeniert.

Wie wird in „Muckefuck“ der Aufstand geprobt?

Milena:           Ob in der Uni, im Beruf, im Alltag, beim Sport – ständig werden wir aufgefordert, zu funktionieren, irgendeine Leistung zu erbringen, effektiv zu sein. Es wird erwartet, dass wir wissen, wie das geht. Arbeit ist gewissermaßen zu einer Lebenshaltung geworden. Sogar Nicht-Arbeiten, Pause machen, muss effektiv sein und sinnvoll sein. Ausgehend davon haben wir uns gefragt: was hat Arbeit aus uns gemacht und wer sind wir ohne sie? Und was geschieht, wenn wir einfach mal aufhören zu funktionieren?

Was darf das Osterfestival-Publikum von eurer Inszenierung erwarten?

Milena:           Einen Warteraum oder einen Festsaal oder einen Kampfplatz. Es wird Girlanden geben und vielleicht sogar echten Kaffee. Und es sollte auch gesungen werden. Naja: Muckefuck eben.

'Muckefuck' - Foto ©Moira Frank

‚Muckefuck‘ – Foto ©Moira Frank

Muckefuck

Die Kantine – Teil des großen Fabrikkosmos und doch eine Welt für sich. Hier gärt, was zwischen Maschinen und Bürotischen keinen Platz findet. Ausgehend vom sozialistischen Arbeiterstaat, eingehend auf den ewigen Leistungs- und Effektivitätszwang unserer Zeit, begreifen wir Arbeit als Lebenshaltung und proben den Aufstand. Was geschieht, wenn wir aufhören zu funktionieren? Was hat Arbeit aus uns gemacht und wer sind wir ohne sie? Mit choreographischen und szenischen Mitteln untersuchen wir Arbeit als (Körper)Sprache, feiern den Gleichschritt und suchen den Stillstand. Wir werfen nicht mit Steinen. Wir haben keine Sprüche. Wir machen einfach nicht mehr mit.

Von und mit: Lenja Busch, Christine Duttlinger, Clemens Kellner, Milena Kowalski, Simon Niemann, Richard Sachse

Montag, 01.04.2013, 21 Uhr, Gorki Studio

WERKSTATT NEUE StÜCKE

Das 6. Osterfestival der Kunsthochschulen rückt immer näher! Spannende, aufwühlende und faszinierende Beiträge aus: Tanz, Theater, Performance und Kunst. Wir freuen uns auf zwei kunterbunte OSTER-Festivaltage auf den Bühnen des MGT Berlin, am Sonntag, 31.03.13 und Montag, 01.04.13.

Im Vorfeld präsentiert das Maxim Gorki Theater Berlin die WERKSTATT NEUE STÜCKE an zwei Abenden im Studio:

Neue Stücke von Studierenden des Studiengangs Szenisches Schreiben der UdK Berlin. Zwei Hochschulen, drei Studiengänge, zwei Wochen Proben. Regiestudierende der HfS „Ernst Busch“ Berlin haben die Texte mit Schauspielstudierenden der UdK Berlin und der HfS „Ernst Busch“ erarbeitet und stellen ihren Blick darauf vor.

Mittwoch, 27.03.13, 19 Uhr Studio

Fragment von Bonn Park                                                                         TRAURIGKEIT & MELANCHOLIE

Mit: Lisa Hrdina / Karla Sengteller / Jan Breustedt, Regie: Hans Block

Die Zeiten ändern sich und ändern sich und wie Baumringe gräbt sich eine Falte nach der anderen Jahrhundert um Jahrhundert in seine Stirn ein. George hat alles erlebt. Und auch wenn „alles“ ein großes Wort ist, George ist ja auch groß.

Donnerstag, 28.03.13, 19 Uhr Studio

Katja Brunner und Lucia Bihler                                                                          hausen #2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

Mit: Gina Henkel / Hannah Müller / Naemi Simon / Anton Weil,
Regie: Lucia Bihler, Dramaturgie: Sven Björn Popp, Ausstattungsberatung: Olivia Carye-Hallstein

Für diesen Text und alle in ihm zur Sprache Kommenden gilt: 1.) Die Welt als Teig in den Mündern der Sprechenden. 2.) Sprechen ist das letzte Hemd, das sie haben.
Erzähler: „Fritzls Tochter ist im hauseigenen Verlies. Das ist ziemlich praktisch, weil es ist eingebaut ins Haus, in dem der Vater wohnt. Der Vater wohnt mit der Frau Nummer 1 und mit den Kindern 2 bis 4 in diesem Haus. Elisabeth wohnt mit Kindern 1 bis 12, Nummer 13 reift gerade im Unterleib heran (von 1 bis 12 sind noch 2, 3 sowie 5, 8 und 11 vorhanden. Die anderen Verdampften wurden entweder gegessen oder zur Adoption freigegeben.). Außerhalb des Hauses gibt es die Übrigbleibenden aka die Spekulierenden. Außerhalb des Hauses ist das Universaldorf. Das Universaldorf befindet sich entweder in a) Deutschland; b) der Schweiz; c) Österreich.“

hausen#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

hausen#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

hausen#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN – ist Teil der hausen-Pentalogie, einem Langzeitprojekt der freien Kompanie gold&hiebe.

Sven Björn Popp, Dramaturg der hausen-Pentalogie, hat uns einige Fragen über seine Arbeit als Dramaturg, dem hausen-Projekt und hausen #2.5, beantwortet.

Du studierst Theater- und Literaturwissenschaften an der Freien Universität Berlin, Lucia Bihler studiert Regie. Wie kam die Zusammenarbeit mit den Schauspielstudenten der UdK Berlin  zustande?

Lucia kenne ich über ein Projekt ihres Regiejahrgangs, welches ich vor zwei Jahren dramaturgisch betreut habe. Seitdem arbeiten wir zusammen und haben die freie Kompanie gold&hiebe* gegründet. Die Zusammenarbeit mit den Schauspielstudenten der UdK ist eine von den beiden Hochschulen eingerichtete jährliche Kooperation.

Wie gestaltet sich die gemeinsame Arbeit?

Wir verbringen zunächst viel Zeit damit, über die Texte und unsere Ideen zu sprechen, gemeinsam zu lesen, Material zu sichten und dann weiter zu diskutieren. In einem zweiten Schritt haben wir fast ausschließlich improvisiert, jeden Tag viele Stunden lang. Aus dem in den Improvisationen entstandenen Material haben wir schließlich die Grundpfeiler der Inszenierung destilliert.

Eure Inszenierung  WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN ist als „Intermezzo“ zwischen dem zweiten und dem dritten Teil der hausen-Pentalogie angesiedelt. Kannst Du uns kurz einen Einblick in die einzelnen Teile geben? Worum geht es in der hausen-Pentalogie?

Die hausen-Pentalogie (die durch Teil #2.5 eigentlich eine Hexalogie wurde) ist ein Langzeitprojekt von gold&hiebe, in dem wir uns mit der Sehnsucht des Menschen nach Heimat und Identität beschäftigen, die heute immer dringender zu werden scheint. Natürlich kann man diese Entwicklung als bloße Reaktion auf die zunehmende Unsicherheiten, Krisen und prekäre Verhältnisse der Gegenwart abtun. Nichtsdestotrotz halte ich es für wichtig und fruchtbar, sich mit diesem Verlangen zu beschäftigen, da man sich dadurch der widersprüchlichen Logik unseres herrschenden Systems experimentell annähern kann. Es geht darum, jenen Chören von Stimmen, die auf uns einreden, genau zuzuhören:

Du hast dein wahres Selbst verloren/ noch nicht gefunden, Du bist noch nicht daheim, finde Dein wahres Ich/ Deine Heimat, verwirkliche Dich, komm an! Aber wo suchen? In den Verheißungen des Systems! Aber habe ich es nicht ebendort verloren? Oder hatte ich nie etwas zu verlieren, da mir dieses Verlangen nur als Wunsch eingepflanzt wurde?…usw.

Diese Stimmen können ganz unterschiedlich verortet werden: sei es im durchschossenen Kopf des rastlosen Wanderers Heinrich von Kleist (hausen #1), im Wohnzimmer eines post-postmodernen Yuppie-Pärchens (hausen #2: SET THINE HOUSE IN ORDER) oder in Franz Kafkas absurdem Universum (hausen #3: DAS SCHLOSS). Es ist die Suche nach Halt auf einem schwankenden Schiff, auf der untergehenden Titanic, für die wir hausen erschaffen haben.

WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN ist zunächst ganz unabhängig von all dem entstanden. Erst während der Proben haben wir realisiert, dass die Inszenierung thematisch zu hausen gehört und sie deshalb „zwischen“ die anderen Teile geschoben. Aus diesem Grund bezeichnete ich die Inszenierung auf unserer Homepage als Intermezzo, ebenso könnte man es als Einschub, Zwischen- oder Satyrspiel bezeichnen, vielleicht sogar als bösen parodistischen Kommentar auf die anderen Teile, oder als Farce. Vor allem letzteres halte ich für aufschlussreich. Man denke nur an Marx berühmte Paraphrase der Hegelschen Idee, derzufolge sich die Dinge zunächst als Tragödie ereignen und dann als Farce wiederholen. So kann man hausen #2.5 auch sehen, als Wiederholung im Gewand der Farce. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass die Farce zwangsweise viel furchterregender, viel „tragischer“ ist als die ursprüngliche Tragödie…

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

Die aktuelle Spielzeit und das diesjährige Osterfestival der Kunsthochschulen beschäftigen sich mit dem Motto AUFSTAND PROBEN. Inwiefern setzt sich hausen #2.5 mit dem AUFSTAND auseinander?

Die Inszenierung stellt – auf eine Art und Weise, die man vielleicht zynisch finden kann – zumindest in Frage, ob systemimmanente Kritik möglich ist beziehungsweise zu einer wirklichen Veränderung führen kann, und ob Menschen überhaupt „befreit“ werden wollen, „befreit“ werden können… vielleicht gehört es für uns schon zur Tagesordnung, den Aufstand zu proben, weil die Antwort darauf so ungewiss ist. So wie man ja bei jedem Linienflug die Sicherheitsprozeduren probt. Aber was, wenn der Ernstfall eintritt? Wer schafft es dann noch, sich im Sturzflug aus 9.000 Meter Höhe ruhig atmend die Schwimmweste anzuziehen?

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

#2.5: WER DICH NICHT FINDET DARF DICH BEHALTEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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BLICK NACH ROSTOCK II

Heute mit Moritz Stephan, Schauspielstudent im 2. Studienjahr an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Moritz wird in der Inszenierung „Was kommt da auf uns zu? Der letzte Stein?“ zu sehen sein.

Über das Studium…

Du studierst im 2. Studienjahr Schauspiel an der HMT Rostock. Hast Du Dir das Schauspielstudium anders vorgestellt? Mit welchen Erwartungen und Hoffnungen bist du an dieses Studium herangegangen?

Ich habe von dem Studium erwartet, dass ich meine bisherige Art zu spielen perfektionieren, meine Technik verbessern, meine körperliche Kondition ausbauen und meine Aussprache schulen, sowie an meiner Persönlichkeit arbeiten kann. All diese Erwartungen werden erfüllt, da die HMT Rostock alles darum gibt, individuell auf uns einzugehen und gute/professionelle Schauspieler aus uns zu machen.

Auf dem Lehrplan des Grundstudiums stehen die „Szenenstudien“ und das „Rollenstudium“. Was versteht man unter diesen beiden Lehreinheiten und wodurch unterscheiden sie sich?

Im Rollenstudium setzt Du dich sehr tief mit dem Erarbeiten einer Rolle/Figur auseinander. Zum Beispiel bekommt man die Aufgabe, irgendjemanden auf der Straße bei einem Vorgang (wie Reifen wechseln, Fenster putzen, Hund anleinen etc.) zu beobachten, sich dann eine Rollenbiographie dazu auszudenken und den Vorgang dann nach zuspielen, mit besonderem Augenmerk auf die detailreiche Ausarbeitung der Hintergrundgeschichte zu dieser jeweiligen „ausgedachten“ Person. An der HMT in Rostock macht man das am Anfang  des Studiums im Grundlagenseminar. Im Szenenstudium setzt Du dich mit einer Szene/Szenencollage aus einem bestimmten Stück auseinander. Hierbei geht es natürlich darum, den Stoff zu interpretieren, herauszufinden, was der Autor damit sagen wollte, was Du zusammen mit deinen Kollegen aussagen willst und dann auszuPROBIEREN, wie man das glaubhaft dem Publikum erzählt. Außerdem geht es bei uns in Rostock auch darum, die verschiedenen Genres und Epochen kennen und spielen zu lernen. Wir arbeiten uns von den Naturalisten, über Sturm und Drang, Commedia dell’arte, zeitgenössische Dramatik bis Shakespeare, deutsche Klassik, Konversationstheater und schlussendlich Tschechow vor.

Wie setzt Du Dich mit neuen Rollen auseinander? Inwiefern lässt Du eine Figur an Dich als Person „Moritz“ heran?

Wie setze ich mich mit neuen Rollen auseinander … Tja, immer wieder neu! Es gibt Rollen, die mir als Moritz Stephan sehr nahe sind und ich daher nicht viel machen muss, als einfach mein emotionales Gedächtnis und meine Erfahrungen aus ähnlichen Situationen wieder wach zu rufen und diese zum Füllen und Gestalten der Figur zu benutzen. Dann gibt es aber auch Rollen, bei denen es nötig ist, sich zu informieren, geschichtliche Hintergründe zu recherchieren und/oder Personenstudien zu betreiben. Ich persönlich nehme nie die Rolle oder Figur, die ich gerade spiele, mit nach Hause in mein Privatleben. Manchmal ist es jedoch ein Experiment wert, herauszufinden, wie sich meine ausgedachte Figur im normalen Alltag verhalten würde. Aber eigentlich sehe ich es als die Kunst des Schauspielers, die Rollen zu SPIELEN und nicht zu SEIN.

Wie lernst Du Deine Rollentexte?

Meistens stelle ich das Textbuch auf einen Notenständer und laufe dann, laut Text vor mich her redend, im Zimmer hin und her. Am besten lerne ich, wenn ich meine Ruhe und meinen Raum dazu habe. Manchmal allerdings bin ich auch notgedrungen in die Lage versetzt, zwischen meinen Unterrichtszeiten in irgendeiner Ecke der Hochschule zu sitzen und wie ein Verrückter meinen Text hoch und runter zu rattern, egal wer an mir vorbei läuft oder wer gerade seinen eigenen Text zu lernen hat.

Was fällt Dir zu dem diesjährigen Spielzeit- und Osterfestival-Motto AUFSTAND PROBEN ein? Was bedeutet AUFSTAND für Dich?

Mir fällt dazu ein, dass es wirklich mal an der Zeit wäre, dass Theaterschaffende in einem kollektiven Aufstand für unsere Rechte als Schauspieler und den Erhalt der Kultur eintreten sollten. Aufstand bedeutet für mich, eine Meinung/Position zu haben und dafür zu kämpfen. Aufstand bedeutet für mich auch Widerstand einer einzelnen Person oder einer Gruppe gegen ein System. Aufstand heißt für mich auch Auseinandersetzung mit einem Konflikt – und Konflikte sind nun mal der Grundbaustein eines jeden Theaterstückes und somit auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Ich glaube, wer sogar den kleinsten Aufstand nicht wagt, vor allem als Schauspieler, der wird sich früher oder später selbst verraten.

 

Über die Inszenierung …

Der Ankündigungstext* zu „Was kommt da auf uns zu? Der letzte Stein?“ klingt sehr spannend. Was erwartet die Zuschauer auf der Bühne?

Die Zuschauer erwartet eine Truppe von zehn jungen, engagierten Menschen, die mit Witz aber auch sehr großer Ernsthaftigkeit zehn Schauspielstudenten spielen, die versuchen, zeitgenössisches/modernes Theater zu betreiben und sich mit der Welt auseinandersetzen.

Wer hatte die Idee zu dieser Inszenierung?

Die Ursprungsidee hatte unser Dozent und Mentor Markus Wünsch. Er wollte etwas Neues ausprobieren und zusammen mit der Dramaturgin Andrea Koschwitz und uns Studenten ein zeitgenössisches Stück erarbeiten, was an sich schon ein kleiner Aufstand seinerseits an die Norm der Hochschule war. Zwar gab es von Regie und Dramaturgie im Voraus ausgewählte Stückvorschläge, aber WIR zehn hatten die Wahl, damit zu arbeiten oder eigenes Material einzubringen. Und somit wurde daraus ein Kollektiv – eine Idee, ein Konzept, das aus einer Gruppe heraus entstand, in der jeder einzelne ein hohes Maß an Eigenverantwortung für das Ganze zu tragen hat. Von daher könnte man sagen: Die Idee zum Projekt/Experiment hatte unser Mentor und die Ideen zur Umsetzung und Verwirklichung des Ganzen kamen von jedem Einzelnen von uns.

das Ensemble 'was kommt da auf uns zu? Der letzte Stein?'

Das Ensemble von „Was kommt da auf uns zu? Der letzte Stein?“

* WAS KOMMT DA AUF UNS ZU? DER LETZTE STEIN?

Wir, der komplette 2. Jahrgang, 4.  Semester Schauspiel der HMT Rostock, haben in fünf intensiven Wochen ein Stück auf die Beine gestellt. Wir nennen es auch „das Projekt“. Ein Projekt, in dem wir uns mit der Gesellschaft, dem System, Zweifel, Wut, Perspektivlosigkeit und Scheitern auseinander setzen. Zehn sexy Schauspielstudenten wollen Weltkritik üben. Doch wie, wann und vor allem warum „der letzte Stein“ aus der Mauer des Systems gezogen werden muss, ist hier die Frage…Kommt und seht uns dabei zu.

Regie: Markus Wünsch
Dramaturgie: Andrea Koschwitz

Mit: Joseph Bundschuh, Emanuel Jessel, Matthias Kurmann, Judith Nebel, Camilla Nowogrodzki, Varya Popovkina, Kinga Schmidt, Hannes Schuhmacher,  Moritz Stephan, Anja Willutzki

Am Sonntag, 31.03.13, 22 Uhr, Gorki Studio

„Wenn du es jetzt nicht versuchst…!“

Im Vorfeld des 6. Osterfestivals der Kunsthochschulen haben uns die beteiligten Schauspielstudierenden Anna Borner (Die Zofen), Moritz Stephan (Was kommt da auf uns zu? Der letzte Stein?) und Marc Schöttner (Cheech oder die Männer von Crysler sind in der Stadt) ein paar Fragen über die Inszenierungen und das Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock beantwortet.

Heute mit: Anna Borner, Schauspielstudentin im 3. Studienjahr. Anna spielt die Rolle der „Claire“ in „Die Zofen“ von Jean Genet.

Über das Schauspielstudium…

Du studierst im 3. Studienjahr Schauspiel an der HMT Rostock. Aus welchem Grund hast Du Dich für das Schauspielstudium entschieden?

Ich habe schon früh angefangen, Theater zu spielen und nach ein paar Jahren gemerkt, dass es mir so wichtig geworden ist, dass es nicht mehr ausreichte, es einfach nur als Hobby zu machen. Deswegen habe ich mich dann entschieden, vorsprechen zu gehen. Ich hatte nichts zu verlieren und habe immer gedacht: „Wenn du es jetzt nicht versuchst, dann wirst du dir dein ganzes Leben lang Vorwürfe machen“. Irgendwann hat es dann auch geklappt!

Was zeichnet für Dich das Schauspielstudium an der HMT aus?

Was ich in Rostock sehr schätze, ist die familiäre Atmosphäre. Wir sind nur 10 Leute pro Jahrgang und das macht unser Studium noch intensiver als ein Schauspielstudium sowieso schon ist. Außerdem empfinde ich die Mischung aus „alter Schule“ und modernen Ansätzen durch neue Professoren und viele Gastdozenten als großen Vorteil. Wir haben die Möglichkeit, wirklich viele unterschiedliche Arbeitsweisen und Auffassungen von Theater kennenzulernen und uns unsere eigene Herangehensweise zu erarbeiten. Wir erlernen das klassische Schauspielhandwerk durch intensiven Einzelunterricht auch in Fächern, die es an anderen Schulen in der Form nicht gibt (z.B. Diktion und Vokalgestaltung). Aber auch der Ensemblegedanke steht bei uns ganz oben. So haben wir viel Gruppenunterricht, der es uns ermöglicht, gleichzeitig unsere Beobachtungsfähigkeit zu trainieren und wir beschäftigen uns täglich mit dem partnerbezogenen Spiel. Neben diesem „klassischen“ Teil der Ausbildung haben wir – auch durch die Verbindung mit den Musikern (alle sind unter einem Dach) – immer die Möglichkeit, interdisziplinäre Projekte selber zu erarbeiten, die von der Hochschule zum Teil durch Wettbewerbe gefördert werden. Dass die Hochschule in Rostock ist, hat Vor- und Nachteile. Sicherlich stehen wir in Rostock nicht unter einem so hohen Konkurrenzdruck, wie es zum Beispiel in Berlin der Fall ist. Dadurch können wir uns vielleicht mehr auf uns konzentrieren und unser Studium wirklich als schauspielerische Persönlichkeitsentwicklung betrachten. Andererseits fehlt natürlich das öffentliche Interesse, die Anbindung an unterschiedliche Kultureinrichtungen in einem Rahmen, der auch über das Studium hinaus von Bedeutung ist. Das könnte man aber auch als Ansporn sehen, noch besser zu sein als alle anderen… Ich bin sehr zufrieden in Rostock und wirklich glücklich, dass ich hier gelandet bin.

Wie setzt Du Dich mit neuen Rollen auseinander? Investierst Du viel Einarbeitungszeit vor dem Probenbeginn einer Inszenierung?

Das kommt ganz auf das Stück an. In der Regel beschäftige ich mich zunächst mit dem Autor und der Zeit, in der das Stück spielt, um einen Überblick zu bekommen. Natürlich habe ich meistens schon erste Bilder zu meiner Figur im Kopf, aber ich versuche, nicht zu voreingenommen in die erste Probe zu gehen, um offen für die Konzeption und die Ideen des Regisseurs zu sein. Im Laufe der Arbeit bin ich immer damit beschäftigt, danach zu suchen, was die Figur mit mir zu tun hat. Welche Bilder mir helfen könnten, noch tiefer in die Gefühlswelt der Figur einzusteigen, Übersetzungen zu finden. Je nachdem, wie weit weg die Figur von mir ist, helfen auch Recherchearbeiten in dem entsprechenden Milieu oder einfach nur auf die Straße zu gehen und Leute zu beobachten, Geschichten zu erfinden, der Phantasie freien Lauf zu lassen und vor allem vor nichts zurück zu schrecken. Alle Taten, zu denen ein Mensch fähig ist, stecken in jedem von uns.

Was fällt Dir zu dem diesjährigen Spielzeit- und Osterfestival-Motto AUFSTAND PROBEN ein? Was bedeutet AUFSTAND für Dich?

Das Theater an sich ist für mich Aufstand. Oder sollte es zumindest sein, was es leider heutzutage kaum noch ist. Theater soll sich mit den Entwicklungen unserer Gesellschaft auseinandersetzen und eine Reflektionsmöglichkeit für sie darstellen. Das Theater soll der Ort sein, wo ich etwas neues erfahre über mich, über meine Mitmenschen, über die Welt. Der Ort, der mir die Kraft gibt, einen Aufstand zu starten – und sei es nur in mir, um an meine Utopien zu glauben. Theater soll die Menschen bewegen, verführen, fähig machen, endlich wieder zu fühlen und sich dafür nicht zu schämen, zum nachdenken anregen und bedingungslos ehrlich sein. Ich will Aufstand machen mit Theater!

Anna Borner

Über die Inszenierung … „Die Zofen“ von Jean Genet

Ihr habt als Beitrag für das Osterfestival die „Die Zofen“ von Jean Genet ausgewählt. Aus welchem Grund habt ihr Euch für diese Tragödie entschieden?

Anastasija und ich haben „Die Zofen“ schon oft gesehen, manchmal gut, manchmal schlecht. Und jetzt wollten wir es selber mal spielen. Das Stück stellt für uns eine große Herausforderung dar, es ist extrem vielschichtig bezüglich der Psyche der Figuren. Jedes Mal, wenn wir dachten, wir haben begriffen worum es geht, auf welcher Ebene sich ihr Spiel gerade abspielt, tat sich noch eine weitere auf. Das hat uns manchmal zur Verzweiflung gebracht. Aber es ist einfach ein großartiges Stück und macht Spaß zu spielen.

Inwiefern setzt sich dieses Drama über die beiden Schwestern Claire und Solange mit unserem Motto AUFSTAND PROBEN auseinander?

Als wir vom diesjährigen Thema des Osterfestivals hörten, dachten wir sofort an „Die Zofen“. Denn das ist es, was die beiden Schwestern machen: Sie proben täglich ihren Aufstand. Sie haben ein Spiel entwickelt, bei dem jede mal die gnädige Frau, mal die andere Schwester spielt und dessen Ziel es ist, den perfekten Mord an ihrer Herrin zu proben. Das Spiel ist eigentlich das einzige, was sie am Leben erhält; es stellt eine Ablenkung von ihrem erbärmlichen Leben dar, hier können sie hoffen und träumen und Pläne von einem besseren Leben schmieden. Doch in ihren düsteren und sehnsuchtsvollen Phantasien verlieren sie sich und den Bezug zur Realität und werden zu Opfern ihres eigenen Spiels.

Du spielst „Claire“. Wie hast Du Dich auf diese Rolle vorbereitet?

Das Meiste hat sich im Verlauf der Proben entwickelt. Das Stück ist ja auf der Basis einer wirklichen Geschichte entstanden, die wir recherchiert haben. Wir haben uns auch viel mit Genets Leben und seinen Utopien beschäftigt, seine Tagebücher gelesen. Ich habe einfach versucht, mir immer wieder vorzustellen, wie es ist, wenn man von klein auf  in einem Haus quasi eingesperrt ist, sein Leben lang einer Frau dienen muss, nichts von der Außenwelt kennt oder sich geschweige denn vorstellen kann, wie es da ist oder wie man dort überleben könnte. Wenn der einzige Bezugspunkt, den es gibt, die Schwester darstellt, zu der man zwangsläufig eine Hass-Liebe aufbaut.

„Die Zofen“ wurde nach seiner Uraufführung im Pariser Théâtre de l’Athénée im Jahr 1947 zum „Skandalstück“ deklariert. Wie stellen Du und Anastasija Bräuninger den „Aufstand“ der beiden Schwestern auf der Bühne dar?

Kommt und seht selbst!!!

Die Zofen von Jean Genet.Mit: Anna Borner, Anastasija Bräuninger

„Die Zofen“ von Jean Genet
Mit: Anna Borner, Anastasija Bräuninger

Die Zofen

von Jean Genet

Die beiden Schwestern und Zofen, Claire und Solange, proben täglich ihren Aufstand. Ziel ihres bis zur Perfektion geübten Rollenspiels ist der Mord an ihrer Herrin, der Gnädigen Frau. Doch in ihrem düsteren, sehnsuchtsvollen Phantasien verlieren sie sich und den Bezug zur Realität und werden zur Opfern ihres eignen Spiels.

Mit:  Anastasija Bräuninger,  Anna Borner (Studierende der HMT Rostock, 3. Studienjahr Schauspiel)

Am Sonntag, 31.03.2013 auf der Hinterbühne am MGT Berlin.

Blick nach Rostock

Heute wollen wir Euch den Diplomstudiengang Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock näher vorstellen. Die Rostocker werden mit drei Inszenierungen beim diesjährigen Osterfestival der Kunsthochschulen am Maxim Gorki Theater Berlin vertreten sein.

Auf dem Programm stehen: WAS KOMMT DA AUF UNS ZU? DER LETZTE STEIN?,  DIE ZOFEN und CHEECH ODER DIE MÄNNER VON CRYSLER SIND IN DER STADT.

Die HMT Rostock wurde 1994 gegründet, ist also eine (scheinbar) junge Hochschule. Diese Annahme trügt. Denn bereits 1947 wurde hier unter der Leitung von Rudolf Wagner-Régeney eine Hochschule für Musik, Theater und Tanz gegründet, die später als Außenstelle der Berliner Hochschule „Hans Eisler“ fungierte.

Heute werden an der HMT Rostock etwa 550 Studenten aus 42 Nationen künstlerisch ausgebildet. Die Hochschule beherbergt drei Institute:

  • Institut für Musik
  • Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik
  • Institut für Schauspiel

Den Studiengang Schauspiel wollen wir Euch kurz vorstellen:

  • Studiendauer: 8 Semester, Abschluss: Diplom
  • Studieninhalte
  • In den ersten vier Semestern: Schauspielerische Grundlagen, „Ensemble Training“, Szenenstudien, Rollenstudien
  • Ab dem 3. Semester: Werkstattinszenierungen, Schauspielpraktika an Theatern, Film und Fernsehen
  • Im 7. und 8. Semester: Vorbereitung auf die Diplomprüfung
  • Neben dem Hauptfach Schauspiel werden folgende Fächer angeboten:

Bewegung, Tanz, Akrobatik, Fechten, Pantomime, Sprecherziehung, Diktion, Körper-Stimm-Training, Stimmbildung, Musiktheorie, Chorsingen, Liedgestaltung, Theaterwissenschaft, Philosophie, Literaturgeschichte und Kulturtheorie

  • Bewerbungsablauf: Eignungsprüfung in drei Teilen
  • Voraussetzungen: bestandene Eignungsprüfung

Die Studierenden des Institutes für Schauspiel an der HMT Rostock haben sich mit dem diesjährigen MGT Berlin Spielzeitmotto AUFSTAND PROBEN auseinandergesetzt und sind mit drei spannenden Inszenierungen beim 6. Osterfestival der Kunsthochschulen zu sehen. Wir dürfen gespannt sein!

WAS KOMMT DA AUF UNS ZU? DER LETZTE STEIN?

Am Sonntag, 31.03.2013, 22 Uhr, Gorki Studio.

DIE ZOFEN von Jean Genet

Am Sonntag, 31.03.2013, 22.45 Uhr, Hinterbühne MGT Berlin.

CHEECH ODER DIE MÄNNER VON CRYSLER SIND IN DER STADT

Am Montag, 01.04.2013, 21.05 Uhr, Hinterbühne MGT Berlin.

Montag 17Uhr: „Dantons Tod oder Robespierre 2013“

Zwei Tage,  zehn Hochschulen – zum 6. Mal findet das Osterfestival der Kunsthochschulen im MGT Berlin statt. Zwei Tage, an denen junge Theatermacher und Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sich und ihre Projekte und Inszenierungen einem breiten Publikum präsentieren. Ab sofort stellen wir Euch die spannenden Stücke und Projekte näher vor.

 Den Anfang macht „Dantons Tod oder Robespierre 2013″. Eine Inszenierung der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg aus Ludwigsburg.

Foto © Sinem Spielberg

Foto © Sinem Spielberg

INHALT

„Der politische Konflikt bringt nicht Gruppen als Inhaber verschiedener Interessen zueinander in Opposition. Er stellt Logiken einander gegenüber, die auf verschiedene Weisen die Anteile und Teile der Gemeinschaft zählen.“                       – Jaques Ranciere

In einer Revolution muss sich jeder für eine Seite entscheiden. Während die Augen der Anhänger auf Einen gerichtet sind und man sich fragen muss, ob das, was man ihnen geben kann, das Richtige für sie ist, steht fest, dass es kein Zurück gibt. Robespierre und Danton: zwei Revolutionäre, zwei Politiker, zwei Menschen. Sie sind beide bereit, für ihre Ziele und Ansichten zu kämpfen und beide mit den gleichen Ängsten und Zweifeln konfrontiert. Jeder Tag ein Kampf. Doch man hat sich geschworen, für die eigenen Ziele und Ansichten weit zu gehen – wenn es sein muss, bis in den Tod. Politik ist Krieg und während einer Revolution ist jeder an vorderster Front.

Regie: Verena Nagel

Kamera: Christian Scheunert

Mit: Karoline Fritz, Tim Kalkhof, Claudia Lorentz, Nils Malten, Dominik Weber

WANN

1. April 2013, 17 Uhr, Hinterbühne im MGT Berlin

Foto © Sinem Spielberg

Foto © Sinem Spielberg

Foto © Sinem Spielberg

Foto © Sinem Spielberg

Reflexionen: AUFSTAND PROBEN

AUFSTAND PROBEN – das Motto der aktuellen Spielzeit am Maxim Gorki Theater Berlin. Empörung, Rebellion, Widerstand, Aufstand sind die Schlagworte dieser Tage. Nicht nur in der arabischen Welt, in Griechenland, London und in den USA wird über den kommenden Aufstand geredet. Occupy ist längst auch vor unserer Haustür angekommen. Und nun fragen wir:  Was bedeutet Aufstand für Euch? Wofür würdet Ihr auf die Straße gehen und das Wort erheben?

Diese Fragen stellten wir dem Schauspielstudio am MGT Berlin. Den drei Studentinnen und sechs Studenten der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

Die Jungs und Mädels sind übrigens mitten in den Vorbereitungen für ihren Beitrag zum 6. Osterfestival der Kunsthochschulen im MGT Berlin. Vorab sind die neun für uns kreativ geworden und haben ihre Gedanken zum diesjährigen Osterfestival der Kunsthochschulen-Motto – AUFSTAND PROBEN – zu Papier gebracht.

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